Promovieren am MCO

Als Studierende der Medizin ist es für viele von euch ein Ziel, während des Studiums ein Promotionsvorhaben zu beginnen und idealerweise auch erfolgreich abzuschließen. Die Motivation kann dabei ganz unterschiedlich sein – sei es, weil ihr nach dem Studium in der Forschung arbeiten möchtet, oder einfach, weil ihr die beiden Buchstaben „Dr.“ vor eurem Namen tragen wollt.

Es gibt viele gute Gründe für eine Promotion, und genau dafür soll dieser Leitfaden dienen: Er gibt euch einen kurzen Überblick über die Möglichkeiten, Abläufe und Grundlagen einer medizinischen Promotion am MCO, damit ihr gut informiert und vorbereitet in euer Projekt starten könnt.

Als Studierende der FAU gelten natürlich die Rahmenbedingungen der FAU. Details zum Allgemeinen Ablauf gibt es auf der Seite der FAU.

Grundlagen der Promotion

Viele Wege führen zum Doktortitel

Es gibt nicht den einen Richtigen Weg, den wir euch hier erklären können. Hier sollen einfach die Grundlagen aufgezeigt werden, für Studies die noch keinen Durchblick durch das ganze Thema haben

1. Experimentelle Arbeiten
Diese Form der Dissertation ist die klassische Laborarbeit. Hierbei arbeitet man meist an einem naturwissenschaftlichen oder biomedizinischen Projekt, führt Experimente durch und wertet Daten selbstständig aus. Der Aufwand ist oft hoch, da Laborzeiten, Datenauswertung und teilweise auch Tier- oder Zellkulturarbeit dazugehören. Eure Betreuer sind häufig hauptberuflich Wissenschaftler, die im Labor Arbeiten und nicht zwingen praktiziernde Ärzte. Dafür hat man aber die Möglichkeit, aktiv an neuer Forschung mitzuwirken und sogar eigene Publikationen zu erarbeiten.

2. Klinische Arbeiten
Klinische Promotionen basieren häufig auf Daten, die direkt aus dem Krankenhaus oder aus Patientenstudien stammen. Hierbei werden beispielsweise Krankheitsverläufe, Therapieergebnisse oder diagnostische Verfahren ausgewertet. Der praktische Bezug zur Medizin ist groß, und viele Studierende empfinden diese Form als besonders nah an ihrem späteren Beruf. Der Arbeitsaufwand hängt stark von der Datengrundlage und der Betreuung ab.

3. Theoretische oder statistische Arbeiten
Diese Arbeiten konzentrieren sich auf die Analyse bereits vorhandener Daten, die von der Arbeitsgruppe bereits erhoben wurden, oder klassisch eine Analyse der Literatur. Oft werden retrospektive Studien, Metaanalysen oder systematische Reviews erstellt. Der Laboranteil entfällt, stattdessen liegt der Fokus auf Statistik, Methodik und wissenschaftlichem Schreiben. Sie eignen sich gut für Studierende, die weniger Zeit im Labor verbringen wollen oder sich für epidemiologische und theoretische Fragestellungen interessieren.

Möglichkeiten am MCO

An den in Bayreuth vergebenen Lehrstühlen könnt ihr grundsätzlich Stellen für eine Promotion finden. Die Verfügbarkeit hängt natürlich immer von den aktuellen Forschungen der Lehrstuhlinhaber und der personellen Besetzung der Abteilung ab.

Grundsätzlich ist der MCO bemüht, dass langfristig alle Studierenden am Campus auch eine Arbeit schreiben können. Trotzdem kann es sein, dass es je nach Fachrichtung oder Interessenlage zu Wartezeiten kommt oder bestimmte Themenbereiche stark nachgefragt sind. Daher lohnt es sich, frühzeitig Interesse zu zeigen und sich aktiv umzuhören.

Ein guter erster Schritt ist es von selbst auf die Dozenten zu zu gehen. Am einfachsten ist es natürlich nach einer Vorlesung noch kurz in ein Gespäch zu kommen. Ansonsten schreibt die Abteilungen oder Sekreteriate direkt per E-Mail an. Häufig weisen Dozenten am Ende der Vorlesung noch auf ihre E-Mail Adresse hin für Praktika, Famulaturen oder auch Dissertationen.

Wichtig ist außerdem, dass ihr euch vorab überlegt, welche Art von Arbeit euch liegt – experimentell, klinisch oder theoretisch – und wie viel Zeit ihr investieren könnt. Manche Projekte lassen sich gut parallel zum Studium oder PJ bearbeiten, andere erfordern eine Phase intensiver Laborarbeit oder sogar eine Freisemester.

Neben den klassischen Lehrstühlen des Medizincampus gibt es auch sogenannte Profilprofessuren, die an der Universität Bayreuth angesiedelt sind. Diese Professuren gehören nicht direkt zum MCO, arbeiten aber häufig in interdisziplinären Forschungsbereichen, die medizinische Themen mit naturwissenschaftlichen, technischen oder gesundheitsökonomischen Fragestellungen verbinden.

Viele dieser Arbeitsgruppen bieten ebenfalls medizinische Promotionsprojekte an, zum Beispiel in Bereichen wie Molekularbiologie, Bioinformatik oder Public Health. Die Themen sind oft besonders innovativ und ermöglichen es, medizinische Forschung aus einer etwas anderen, übergreifenden Perspektive zu betrachten.

Da die Profilprofessuren formal nicht Teil der Medizinischen Fakultät der FAU sind, muss die offizielle Promotionsbetreuung über einen habilitierten Dozenten oder eine Dozentin der FAU erfolgen. In der Praxis bedeutet das, dass die tägliche Betreuung und Projektarbeit häufig in Bayreuth stattfindet, die formale Anmeldung und Begutachtung der Dissertation aber über einen Dozenten der FAU erfolgt, entweder aus Bayreuht oder aus Erlangen.

Die Zusammenarbeit funktioniert in der Regel sehr gut und wird vom MCO unterstützt. Wichtig ist, dass frühzeitig geklärt wird, wer als Hauptbetreuer und wer als Ko-Betreuer fungiert, damit es später keine organisatorischen Probleme gibt.

Studierende, die sich für ein solches Projekt interessieren, sollten sich sowohl mit dem jeweiligen Bayreuther Lehrstuhl als auch mit möglichen Betreuenden an der FAU in Verbindung setzen. So lässt sich klären, wie das Projekt am besten strukturiert werden kann und welche formalen Schritte notwendig sind.

Als Studierende der FAU steht es euch natürlich frei, in einem für die Medizin zugelassenen Bereich am Standort Erlangen zu promovieren. Egal ob in einer experimentellen Grundlagenforschung, in einer retrospektiven Arbeit oder im Rahmen einer klinischen Studie – die Möglichkeiten sind vielfältig. Die Organisation hierbei ist natürlich ganz von dem jeweiligen Betreuer oder der Betreuerin in Erlangen abhängig.

Zum Teil gibt es Arbeiten, die größtenteils ohne regelmäßige Präsenz im jeweiligen Institut durchgeführt werden können – vor allem retrospektive Datenauswertungen, bei denen ihr eigenständig mit vorhandenen Patientendaten oder Studiendaten arbeitet. Solche Projekte eignen sich besonders gut, wenn ihr parallel weiter am Campus Bayreuth studieren möchtet oder eure Promotion flexibel gestalten wollt.

Wenn ihr euch dagegen für eine experimentelle oder klinisch-aktive Arbeit interessiert, kann es sinnvoll sein, ein Freisemester einzuplanen oder regelmäßig nach Erlangen zu pendeln. Hier habt ihr auch die Möglichkeit in einem der Vorklinischen Fächern eine Stelle zu findne.

Wenn ihr unsicher seid, ob eine Promotion in Erlangen für euch in Frage kommt hört auch mal am MCO etwas um. Sehr schnell werdet ihr hier jemanden finden der in Erlangen promoviert. Aktuell nehmen viele Studenten dieses Angebot wahr.

Wir wünschen euch viel Erfolg bei der Suche nach einem passenden Promotionsthema und natürlich auch während eures gesamten Promotionsvorhabens!
Denkt daran: Eine Promotion ist ein spannender, manchmal herausfordernder, aber auch sehr lohnender Teil eurer akademischen Laufbahn.

Bei allgemeinen Fragen steht die Fachschaft euch gerne zur Verfügung.

Stand 10/2025